Die Kommunisten vertrauten auf einen überaus komplexen Fünf-Jahres-Plan und scheiterten, weil der angestrebten Sicherheit die notwendige Flexibilität abging. Dem von der UEFA ausgeklügelten Pendant, der so genannten Fünf-Jahres-Wertung, die über die Vergabe der Startplätze in den beiden europäischen Wettbewerben entscheidet, wünscht man ein ähnliches Schicksal – wenn man Deutscher ist. Und wenn man im Angesicht der drohenden Degradierung der Bundesliga meint, Ungerechtigkeit lokalisiert zu haben. Kann doch nicht angehen, dass ein Fußballentwicklungsland wie Rumänien an uns vorbeizieht.
Lobbyarbeit für die Bundesliga
Sorgen samt düsterem Szenario sind leider berechtigt. Die glanzlosen Auftritte der Bundesligisten im Uefa-Cup und das klägliche Scheitern des HSV in der Champions League haben nämlich alles andere als die bitter nötigen Punkte gebracht. Während rumänische und spanische Klubs noch vollzählig durch Europa touren, haben die Deutschen bereits ordentlich Federn gelassen. Zeit also auf den Tisch zu hauen, dachte sich Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Im Zentrum seiner Kritik steht die Punktevergabe: „Wenn es für Siege im UEFA-Cup die gleiche Punktzahl gibt wie in der Champions League, dann muss ich sagen: Diese Punkteverteilung ist ungerecht. Da muss etwas getan werden.“
Flankiert wird die Verbalattacke des Bayern-Bosses von Liga-Chef Werner Hackmann. „Die Fünfjahres-Wertung der UEFA ist in der Tat kritikwürdig. Es geht ja schon damit los, dass in der Qualifikation Punkte vergeben werden“, betonte Hackmann und kündigt gleichzeitig an, das aus deutscher Sicht heikle Thema auf die Gesprächsliste der UEFA zu setzten: „Rummenigge ist Vorsitzender des Klubforums, ich bin in der Kommission Berufsfußball. Ich denke, wir haben Foren genug, um das Problem anzusprechen, damit dann im UEFA-Exekutivkomitee darüber diskutiert wird.“ Immerhin steht der Ruf der Bundesliga auf dem Spiel, die mächtig Gefahr läuft, schon 2008 einen garantierten Startplatz in der Champions League zu verlieren. Selbst die Kommunisten wussten, dass spätestens nach fünf Jahren der Zeitpunkt gekommen war, um die Situation neu zu bewerten. An die Arbeit, meine Herren Lobbyisten.
Hier der aktuellste Stand der Dinge: