Generation Olaf – 11FREUNDE

Wer ist schuld daran, dass ich mich schäme, wenn ich an den Sommer zurück­denke, in dem ich mein Abitur­zeugnis bekam? Berti Vogts? Davor Suker? Ich selbst?

Drei­zehn Jahre hatten wir darauf hin­ge­büf­felt. Und das sollte der Lohn sein: Der Abi-Ball! Der große Abend im ​Schus­ter­krug“ in Wagen­feld, ein Exzess unter der gemie­teten Licht­orgel, mit bil­ligen Schnäpsen und noch bil­li­geren Zigarren. Die Jungs in Anzügen mit Schul­ter­pols­tern, die Mäd­chen in Schwein­chen-Rosa. Mein Gott, waren wir häss­lich, mein Gott, waren wir schick. 

Die älteren Jahr­gänge erzählten sich Sagen­haftes von diesem Ereignis: Lehrer, die besoffen in die Bowle hech­teten, der Haus­meister im Klam­mer­blues mit der Klas­sen­spre­cherin. Wir hätten es ein ​Event“ genannt, aber dieses Wort kannten wir damals nur als Aus­druck für die ein­zelnen Dis­zi­plinen bei ​Summer Games“ auf dem C64. Als ich den Saal betrat, jagte der Allein­un­ter­halter ​What is Love?“ von Had­daway aus dem Syn­the­sizer. Baby, don’t hurt me.

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