„Hamburg ist nicht chancenlos“ - Otto Addo über das Duell… – 11FREUNDE

Otto Addo, der BVB ist aktuell Tabel­len­führer der Bun­des­liga und zele­briert mit­unter Fuß­ball. Hat der HSV heute Abend über­haupt eine Chance?

Der HSV ist nicht chan­cenlos. Ham­burg hat ins­be­son­dere gegen Mainz gezeigt, dass man auch gegen solche jungen und dyna­mi­schen Mann­schaften bestehen kann. In Ham­burg hat man neben den jungen Spie­lern auch die Älteren, die die nötige Erfah­rung mit­bringen. Ich tippe auf ein 1:1.

Wie schätzen Sie den BVB ein?

Die Mann­schaft ist spie­le­risch stark und arbeitet sehr gut gegen den Ball, steht also defensiv sehr gut. Das ist eine ideale Kom­bi­na­tion, die erstaun­lich ist, denn der BVB hat eine sehr junge Mann­schaft. Des­halb glaube ich, dass man nicht nur in dieser Saison sehr viel vom Team erwarten kann.

Auch in Mainz oder in der Natio­nal­mann­schaft kommen viele junge Spieler zum Zuge. Sind die Jugend­spieler heute besser als früher?

Ja, natür­lich. Es hat sich seit meiner Zeit viel geän­dert. Im Jugend­be­reich ist alles pro­fes­sio­neller geworden. Das fängt bei den besser aus­ge­bil­deten Trai­nern an und hört bei den aus­ge­ar­bei­teten Trai­nings­ein­heiten bei den 15-Jäh­rigen auf.

Der Jugend­fuß­ball wird also mehr geför­dert.

Genau. Es kommt aber immer auch auf die Umstände des Ver­eins an. Die Fragen sind: Wie geht es dem Klub finan­ziell? Kann er sich teure Neu­ein­käufe leisten? Wichtig ist natür­lich auch der Trainer. Jürgen Klopp oder etwa auch Thomas Tuchel sind zwei Trainer, die auf junge Talente stehen und auf sie bauen.

Der HSV steht finan­ziell gut da. Ist es dann schwie­riger für junge Spieler sich zu eta­blieren?

Ich würde es in Dort­mund nicht nur an der finan­zi­ellen Situa­tion fest­ma­chen. Dort gibt es einen Trainer mit einer bestimmten Idee. Das spie­gelt sich in der Mann­schaft wider. Beim HSV ist die Situa­tion schwie­riger. Hier ist ein anderes Umfeld durch die Presse und den Druck der Zuschauer gegeben. Es ist also nicht so ein­fach, junge Talente ein­zu­bauen. Ich hoffe und glaube aber, dass wir beim HSV in den nächsten Jahren mehr Jugend­spieler ins Pro­fi­team inte­grieren können.

Ist es schwer für Sie, Armin Veh von Ihren Spie­lern zu über­zeugen?

Nein, die Zusam­men­ar­beit läuft gut. In der Vor­be­rei­tung waren vier A‑Jugendliche im Trai­nings­lager der Profis. Aktuell stehen mit Heung-Min Son, Muhamed Besic und Len­nard Sowah drei Spieler, die noch bei der A‑Jugend spielen könnten, im Pro­fi­kader.

Es schaffen aber nicht alle Spieler den Sprung ins Pro­fi­team.

Natür­lich nicht. In Deutsch­land gibt es sehr viele Fuß­baller. Bei 18 Bun­des­li­ga­mann­schaften kann man sich sehr schnell aus­rechnen, dass die Chance auf einen Platz im Pro­fi­team sehr gering ist. Zudem rücken jedes Jahr neue Talente nach.

Das ist das harte Los eines Jugend­spie­lers.

Wenn es einer nicht schafft, sagen wir ihm das per­sön­lich. Es ist natür­lich schwer, eine Absage zu erteilen. Wir ver­su­chen aber immer, den Spie­lern etwas mit auf Ihren wei­teren Lebensweg zu geben und unsere Kon­takte zu anderen Ver­einen spielen zu lassen, damit der Junge irgendwo unter­kommt. Wenn klar ist, dass es bei einem Spieler sport­lich nicht weiter geht, ver­su­chen wir ihn durch die Kon­takte zu unseren Spon­soren beruf­lich weiter zu bringen.

Thomas Tuchel hat es vor­ge­macht, wie aus einem Jugend­trainer ein Bun­des­li­ga­trainer werden kann. Wie geht es bei Ihnen weiter?

Es gibt keine kon­kreten Pläne. Mir macht mein Job Spaß. Wenn­gleich ich natür­lich gerne mal eine Her­ren­mann­schaft trai­nieren möchte, könnte ich mir auch gut vor­stellen, die nächsten 30 oder 40 Jahre Jugend­trainer zu bleiben.

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