Herr Bordon, am Samstag findet das Revierderby bei Borussia Dortmund statt. Haben Sie Angst vor dem Spiel?
Ich habe vor keinem Spiel Angst. Ich freue mich sehr auf das Derby, weil ich gesund bin und die Möglichkeit habe, im Schalke-Trikot zu spielen.
Beide Mannschaften sind mit sieben Punkten ungeschlagen. Dürfen sich die Fans auf ein attraktives Spitzenspiel freuen?
Egal, auf welchem Tabellenplatz die beiden Mannschaften stehen: Das Derby ist und bleibt etwas Besonderes. Aber es ist richtig, dass sich in diesem Jahr die Situation verändert hat.
Ist Borussia Dortmund stärker geworden und findet das Duell jetzt auf Augenhöhe statt?
Man sollte sich nicht zuviel mit der Vergangenheit beschäftigen. Es passieren viele Dinge, die wir nicht erwarten.
Derby-Tage sind Feiertage. Für viele Fans sind Siege gegen Dortmund wichtiger als die Platzierung in der Liga. Für Sie auch?
Für mich ist immer das nächste Spiel das wichtigste, egal, wer der Gegner ist. Jetzt spielen wir gegen Dortmund und wollen drei Punkte holen. So wie immer.
Kann Schalke 04 von Borussia Dortmund lernen?
Lernen? Wir müssen jeden Tag lernen, im Training, im Leben. Und es spielt keine Rolle, von wem wir lernen.
Kann Borussia Dortmund von Schalke 04 lernen?
Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass wir seit drei, vier Jahren in der Bundesliga oben mitspielen.
Ihr Verein hat sich vor dieser Saison mit Orlando Engelaar und Jefferson Farfan verstärkt. Was kann man von den beiden erwarten?
Sie sind eine sehr gute Verstärkung. Beide haben großes Potenzial und werden dem Verein weiterhelfen. Leider waren beide zuletzt verletzt.
Ist die Abwehr mit der Viererkette und den drei Mittelfeldspielern Engelaar, Ernst und Jones der beste Schalker Mannschaftsteil?
Wir sind schon lange stabil. Das liegt nicht nur an der Hintermannschaft. Die Abwehrarbeit beginnt bei den Stürmern. Es müssen alle mitmachen. Und es machen alle mit.
Wie schwer trifft die Mannschaft die Verletzung von Torwart Mathias Schober?
Manuel Neuer verletzt, Mathias Schober verletzt. Es wird immer schwieriger. Wir müssen abwarten, wer in Dortmund spielt.
Kann Schalke 04 mit Ralf Fährmann zwischen den Pfosten in Dortmund gewinnen?
Ja, sicher. Ralf ist ein Riesentalent. Die Chance, dass er eingesetzt wird, ist groß. Wenn er spielen muss, wird er gut spielen. Da bin ich mir sicher.
Ihr neuer Trainer heißt Fred Rutten. Was hat sich unter seiner Leitung geändert?
Auf diese Frage werde ich lieber nicht antworten.
Warum nicht?
Ich möchte mich nicht dazu äußern, ob ein Trainer gut oder schlecht arbeitet. Jeder arbeitet anders, jeder hat seinen eigenen Stil, jeder hat seine Qualitäten.
Ein Ziel von Fred Rutten ist, jeden Spieler individuell zu fördern und weiterzubringen. Ist ihm das bei Ihnen schon gelungen?
Ja, sicher. Er arbeitet mit jedem intensiv, spricht auf dem Platz mit allen Spielern. Da steckt viel Arbeit hinter. Es macht richtig Spaß.
Im Heimspiel gegen den VfL Bochum haben sie 90 % der Zweikämpfe gewonnen. Waren Sie jemals stärker?
Ob sich jemals stärker war, kann ich nicht sagen. Das müssen andere beurteilen. Aber ich versuche immer, 100 Prozent Leistung zu geben.
Es gibt große Unterschiede zwischen Schalke in der Bundesliga und Schalke in der Champions-League-Qualifikation. Woran liegt das?
Wir haben in Madrid schlecht gespielt und ein Spiel verloren. Aber deshalb kann man nicht behaupten, dass wir nicht gut genug wären für Europa. Wir sind gut genug. Das haben wir jetztes Jahr gezeigt. Jetzt müssen wir dafür kämpfen, dass wir wieder in die Champions League kommen.
Vor ein paar Wochen haben Sie mit dem Gedanken gespielt, aufgrund der Demenzerkrankung Ihrer Mutter den Arbeitsvertrag zu kündigen. Ist das Thema vom Tisch?
Ich muss nach jeder Saison neu überlegen und beobachten wie sich die Dinge zu Hause entwickeln. Wenn es nicht mehr geht, muss ich sagen: Das war’s. Ich habe eine Aufgabe in Schalke und versuche sie zu erfüllen. Aber ich weiß nicht, was nächste Saison passiert.
Wie haben Sie reagiert, als sie von der Erkrankung Ihrer Mutter erfuhren?
Ich war geschockt. In solch einer Situation merkt man, dass es im Leben wichtigere Dinge gibt als Fußball. Ich habe Kraft von Gott bekommen und kann jetzt weiter arbeiten.
Ihr Vertrag läuft bis 2011…
Ich werde für Schalke 04 alles geben. Aber wenn es nicht mehr geht, wird mir Schalke hoffentlich keine Steine in den Weg legen.