„Ich werde alles geben“ - Marcelo Bordon im Interview – 11FREUNDE

Herr Bordon, am Samstag findet das Revier­derby bei Borussia Dort­mund statt. Haben Sie Angst vor dem Spiel?
 

Ich habe vor keinem Spiel Angst. Ich freue mich sehr auf das Derby, weil ich gesund bin und die Mög­lich­keit habe, im Schalke-Trikot zu spielen.


Beide Mann­schaften sind mit sieben Punkten unge­schlagen. Dürfen sich die Fans auf ein attrak­tives Spit­zen­spiel freuen?

 
Egal, auf wel­chem Tabel­len­platz die beiden Mann­schaften stehen: Das Derby ist und bleibt etwas Beson­deres. Aber es ist richtig, dass sich in diesem Jahr die Situa­tion ver­än­dert hat.
 
Ist Borussia Dort­mund stärker geworden und findet das Duell jetzt auf Augen­höhe statt?
 
Man sollte sich nicht zuviel mit der Ver­gan­gen­heit beschäf­tigen. Es pas­sieren viele Dinge, die wir nicht erwarten.

Derby-Tage sind Fei­er­tage. Für viele Fans sind Siege gegen Dort­mund wich­tiger als die Plat­zie­rung in der Liga. Für Sie auch?

 
Für mich ist immer das nächste Spiel das wich­tigste, egal, wer der Gegner ist. Jetzt spielen wir gegen Dort­mund und wollen drei Punkte holen. So wie immer.
 
Kann Schalke 04 von Borussia Dort­mund lernen?
 
Lernen? Wir müssen jeden Tag lernen, im Trai­ning, im Leben. Und es spielt keine Rolle, von wem wir lernen.
 
Kann Borussia Dort­mund von Schalke 04 lernen?
 
Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass wir seit drei, vier Jahren in der Bun­des­liga oben mit­spielen.
 
Ihr Verein hat sich vor dieser Saison mit Orlando Engelaar und Jef­ferson Farfan ver­stärkt. Was kann man von den beiden erwarten?
 
Sie sind eine sehr gute Ver­stär­kung. Beide haben großes Poten­zial und werden dem Verein wei­ter­helfen. Leider waren beide zuletzt ver­letzt.
 
Ist die Abwehr mit der Vie­rer­kette und den drei Mit­tel­feld­spie­lern Engelaar, Ernst und Jones der beste Schalker Mann­schafts­teil?
 
Wir sind schon lange stabil. Das liegt nicht nur an der Hin­ter­mann­schaft. Die Abwehr­ar­beit beginnt bei den Stür­mern. Es müssen alle mit­ma­chen. Und es machen alle mit.
 
Wie schwer trifft die Mann­schaft die Ver­let­zung von Tor­wart Mathias Schober?
 
Manuel Neuer ver­letzt, Mathias Schober ver­letzt. Es wird immer schwie­riger. Wir müssen abwarten, wer in Dort­mund spielt.
 
Kann Schalke 04 mit Ralf Fähr­mann zwi­schen den Pfosten in Dort­mund gewinnen?
 
Ja, sicher. Ralf ist ein Rie­sen­ta­lent. Die Chance, dass er ein­ge­setzt wird, ist groß. Wenn er spielen muss, wird er gut spielen. Da bin ich mir sicher.
 
Ihr neuer Trainer heißt Fred Rutten. Was hat sich unter seiner Lei­tung geän­dert?
 
Auf diese Frage werde ich lieber nicht ant­worten.
 
Warum nicht?
 
Ich möchte mich nicht dazu äußern, ob ein Trainer gut oder schlecht arbeitet. Jeder arbeitet anders, jeder hat seinen eigenen Stil, jeder hat seine Qua­li­täten.
 
Ein Ziel von Fred Rutten ist, jeden Spieler indi­vi­duell zu för­dern und wei­ter­zu­bringen. Ist ihm das bei Ihnen schon gelungen?

 
Ja, sicher. Er arbeitet mit jedem intensiv, spricht auf dem Platz mit allen Spie­lern. Da steckt viel Arbeit hinter. Es macht richtig Spaß.
 
Im Heim­spiel gegen den VfL Bochum haben sie 90 % der Zwei­kämpfe gewonnen. Waren Sie jemals stärker?
 
Ob sich jemals stärker war, kann ich nicht sagen. Das müssen andere beur­teilen. Aber ich ver­suche immer, 100 Pro­zent Leis­tung zu geben.
 
Es gibt große Unter­schiede zwi­schen Schalke in der Bun­des­liga und Schalke in der Cham­pions-League-Qua­li­fi­ka­tion. Woran liegt das?
 
Wir haben in Madrid schlecht gespielt und ein Spiel ver­loren. Aber des­halb kann man nicht behaupten, dass wir nicht gut genug wären für Europa. Wir sind gut genug. Das haben wir jetztes Jahr gezeigt. Jetzt müssen wir dafür kämpfen, dass wir wieder in die Cham­pions League kommen.
 
Vor ein paar Wochen haben Sie mit dem Gedanken gespielt, auf­grund der Demenz­er­kran­kung Ihrer Mutter den Arbeits­ver­trag zu kün­digen. Ist das Thema vom Tisch?
 
Ich muss nach jeder Saison neu über­legen und beob­achten wie sich die Dinge zu Hause ent­wi­ckeln. Wenn es nicht mehr geht, muss ich sagen: Das war’s. Ich habe eine Auf­gabe in Schalke und ver­suche sie zu erfüllen. Aber ich weiß nicht, was nächste Saison pas­siert.
 
Wie haben Sie reagiert, als sie von der Erkran­kung Ihrer Mutter erfuhren?
 
Ich war geschockt. In solch einer Situa­tion merkt man, dass es im Leben wich­ti­gere Dinge gibt als Fuß­ball. Ich habe Kraft von Gott bekommen und kann jetzt weiter arbeiten.
 
Ihr Ver­trag läuft bis 2011…
 
Ich werde für Schalke 04 alles geben. Aber wenn es nicht mehr geht, wird mir Schalke hof­fent­lich keine Steine in den Weg legen.

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