So wie Zizou – 11FREUNDE

In einem Pod­cast von Borussia Dort­mund fragte Patrick Owo­moyela den damals 19 Jahre alten Jude Bel­lingham, welche Per­sön­lich­keiten ihn beson­ders inspi­rieren würden. ​Das ist ein­fach“, ant­wor­tete Bel­lingham ohne zu zögern. ​Zidane! Er ist ein­fach der coolste Typ über­haupt!“ Dann erzählte der Jung­profi davon, wie er die fran­zö­si­sche Fuß­ball­le­gende jüngst bei einer Ver­an­stal­tung in Paris getroffen habe. ​Ich hatte Ehr­furcht vor ihm“, gestand das Mega­ta­lent, das ein Jahr später erst­mals das Trikot von Real Madrid tragen sollte – mit der Nummer fünf, wie es ​Zizou“ einst getan hatte.

Dass Bel­lingham mitt­ler­weile 20 Jahre alt ist, ist nur eine unzu­rei­chende Erklä­rung dafür, dass er bei den König­li­chen so spielt, als wäre er der Haupt­cha­rakter in einer Fuß­ball­si­mu­la­tion. Mit acht Tref­fern nach neun Spiel­tagen führt der Eng­länder die Tor­schüt­zen­liste in La Liga an. In der Cham­pions League hat Bel­lingham sogar in jedem der bis­he­rigen drei Grup­pen­spiele getroffen – und das als Mit­tel­feld­spieler. Nicht einmal Cris­tiano Ronaldo ist bei Real mit einer der­artig starken Quote gestartet. Reift hier der nächste Welt­fuß­baller heran?

Bel­lingham ist bei Real offen­siver

Die her­aus­ra­genden Zahlen lassen sich zumin­dest ansatz­weise begründen. Denn: Im Ver­gleich zu seiner Zeit in Dort­mund agiert Bel­lingham deut­lich offen­siver. Trainer Carlo Ance­lotti hat sein System vom 4−3−3 auf ein 4−3−1−2 umge­stellt, in dem Bel­lingham auf der Zeh­ner­po­si­tion spielt. ​Für ihn ist es am besten, ein Zehner zu sein, weil er nahe am Straf­raum ist“, sagte der Ita­liener in der Sai­son­vor­be­rei­tung. Bei Borussia Dort­mund und in der Natio­nal­mann­schaft hatte Bel­lingham zum Groß­teil im zen­tralen Mit­tel­feld, teil­weise sogar direkt vor der Abwehr­kette gespielt. Nach dem 3:1‑Sieg gegen UD Almeria am zweiten Spieltag tönte der Eng­länder bereits, dass er ​zehnmal besser“ sei als in der ver­gan­genen Saison: ​Ich bin wie ein Schwamm, der alles Mög­liche von seinen Mit­spie­lern auf­saugt.“

Bel­ling­hams Aus­sagen klingen fast wie eine Dro­hung an die Kon­kur­renz, schließ­lich hat der wiss­be­gie­rige Super­star den Groß­teil seiner Kar­riere noch vor sich. Zum Ver­gleich: Ziné­dine Zidane war schon 29 Jahre alt, als er 2001 sein erstes Spiel für die Galak­ti­schen bestritt. Damals hatte der Welt­meister von 1998 aller­dings schon zwei Welt­fuß­baller-Titel und einen Ballon d’Or in der Tasche. Wenn Bel­lingham so wei­ter­macht, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis ihm die­selben Aus­zeich­nungen zuteil­werden. Vor allem sein anmu­tiges 35-Meter-Dribb­ling gegen die SSC Neapel, das er mit einem gefühl­vollen Schuss in die lange Ecke abschloss, weckte Erin­ne­rungen an ​Zizou“. Die inter­na­tio­nale Presse wagte im Anschluss sogar einen Ver­gleich zu Diego Mara­dona, dem Bel­lingham nach dem Spiel aber bescheiden aus­wich. ​Es war ein schönes Tor. Aber ich habe auf You­Tube und in Dokus gesehen, dass Mara­dona etwas mehr Qua­lität hatte als ich – oder besser gesagt: viel mehr. Ich will ein­fach auf die Jude-Art zum Erfolg bei­tragen.“

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