Dynamo Dresden: 6. Platz, 66 Punkte, 63:43 Tore
Klar ist: „Wenn du sie vorne nicht machst, dann klingelt es meistens hinten.“ Und: „Die letzte Konsequenz hat gefehlt.“ Aber: „Niederlagen gehören im Fußball dazu.“ Geht immer: Phrasendreschen nach saftigen Pleiten. Dachte sich am Montag auch Dynamo-Kapitän Tim Knipping. Doch was sollte der arme Hund schon sagen, dort unten am Magenta-Mikrofon, mit einem 1:4 bei Absteiger Meppen in den Knochen. Nun ja, zum Beispiel: Aufstieg vermasselt.
Denn genau das hat Dynamo am Montagabend wohl fertiggebracht, trotz 1:0 Halbzeitführung. Statt Pole Position im Aufstiegsrennen, heißt die Realität für die SGD: Platz sechs. Anfreunden können sich die Dresdner damit nicht. Zu formstark wähnten sie sich, zu kraftraubend ist die Aufholjagd nach Platz neun in der Hinrundentabelle gewesen. Und doch war die Pleite symptomatisch: achtmal hat Dynamo in dieser Saison nach Führung nicht gewonnen.
Es bleibt: das Greifen nach Strohhalmen. Einer davon trägt den Namen Kyu-Hyun Park und war nach einer gelb-roten Karte aus dem Meppen-Spiel eigentlich gesperrt. Sagte der DFB. Nicht aber Dynamo. Die Argumentation: Der Spieler habe die Verwarnung auf dem Platz nicht mitbekommen und sich deshalb in weiteren Zweikämpfen nicht zurückgehalten. Sah dann tatsächlich auch der DFB so: Der Linksverteidiger ist im Saisonfinale dabei.
Für den direkten Aufstieg muss Dresden darauf hoffen, dass keiner der Konkurrenten am Samstag gewinnt, drei eigene Punkte gegen Oldenburg sind dagegen fast Pflicht. Oder aber die SGD siegt mit vier Toren mehr als Saarbrücken, während Osnabrück und Wiesbaden höchstens Unentschieden spielen. Auch die Relegation ist noch drin. Trainer Markus Anfang sagt mit Blick auf Wiesbaden und Osnabrück: „Wenn die beiden sich nicht entscheiden können, nehmen wir das gerne an.“ Genau, Strohhalme.
1. FC Saarbrücken: 5. Platz, 66 Punkte, 62:38 Tore
Mensch, Junge, komm‘ her! Saarbrückens Torhüter Daniel Batz erlebte am vergangenen Sonntag einen Moment, in dem nur noch eines half: die starke Brust des Torwarttrainers. Hemmungslos schluchzend rettete sich Batz nach dem 2:2 beim MSV Duisburg in die Arme von Michael Weirich. Und es ist ja auch zum Heulen, schließlich hat der FCS den Aufstieg durch das Remis nicht mehr in der eigenen Hand. Was Daniel Batz mit seinen Tränen ausdrückte, versuchte Trainer Rüdiger Ziehl bei MagentaSport zu verbalisieren. Am Ende reichte ein Wort: „Leere.“
Ein Gefühl, das Duisburg-Besucher regelmäßig überkommt, in diesem Fall aber ausschließlich auf sportliche Umstände zurückzuführen ist. Denn der FCS wähnte sich grundsätzlich auf einem guten Weg, schießt mehr Tore als in der Vorsaison, kassiert zugleich weniger. Das Ergebnis: Saarbrücken bewegte sich durchgängig im Dunstkreis der Aufstiegsränge. Auch das zeitweise in Mitleidenschaft gezogene Verhältnis zu den Fans scheint wiederhergestellt, nicht umsonst gab nach der Enttäuschung vom Sonntag warmen Applaus.
Hinter den Aufmunterungen des Anhangs versteckt sich die Hoffnung. Der direkte Aufstieg ist noch möglich. Nur dürfen weder Osnabrück noch Wiesbaden gewinnen und Dresden den FCS in Sachen Torverhältnis nicht überflügeln. Verlieren SVWW und VfL, reicht Saarbrücken im Heimspiel gegen Viktoria Köln sogar ein Remis – solange auch Dresden nicht gewinnt. Rechenspiele, derer sich am Samstag der rotgesperrte Kapitän Manuel Zeitz annehmen kann. Nicht unwahrscheinlich, dass danach seine starke Brust gefragt sein werden.