Wie Boris Becker zum echten Hool werden kann – 11FREUNDE

1. Das Aus­sehen
Hoo­li­ga­nismus beginnt mit dem rich­tigen Look, da ist Beckers ​Headhunter“-Schal erst der Anfang. Stier­na­cken, Ver­bre­cher­vi­sage, Horn­haut an sämt­li­chen Kör­per­enden – ein rich­tiger Hool achtet auf sein Äußeres. Weil er es sich wert ist. Mit ein wenig Pum­perei, einem Grund­kurs in Mar­tial Arts und dem ein oder anderen auf­put­schenden Mit­tel­chen könnte sich Becker relativ zügig ein Kreuz der Marke ​Beton­misch­ma­schine“ zulegen, mit dem er bei der nächsten Wald-und-Wie­sen­schlä­gerei aner­ken­nende Blicke der Kon­kur­renz erntet. Wich­tiger Teil der Optik sind zudem die gän­gigen Szenetat­toos. Billig gesto­chene Ver­eins­wappen, ein schmis­siges, gerne feh­ler­haft geschrie­benes A.C.A.B. auf dem Hals oder eine Knast­t­räne unterm Auge würden Beckers Street Cre­di­bi­lity im Hand­um­drehen stei­gern. Auch die rich­tige Klei­dung ist wichtig, Bom­ber­ja­cken und Jog­ging­hosen gibt es mitt­ler­weile auch von Gucci oder Ver­sace. Um dem Look den letzten Schliff zu geben, emp­fiehlt sich eine pro­mi­nent plat­zierte Narbe, etwa auf der Wange, oder das Fehlen der Schnei­de­zähne. Was aber, wenn man dieser Pas­sion ernst­haft nach­geht, früher oder später von ganz alleine kommt.

2. Das Auf­treten
Das viel zitierte ​Never Sur­render“ ist für den Hool von heute viel mehr als nur ein Sinn­spruch. Er gilt in jeder Lebens­lage. Kopf hoch, Brust raus, Blicke gna­denlos erwi­dern und gege­be­nen­falls zum Anlass für zünf­tiges Backen­futter nehmen. Auch in Situa­tionen abseits des Sta­dions nie­mals aus der Rolle fallen, jede Inter­ak­tion ist eine Chance auf ordent­lich Bam­bule. Dafür muss man aber die Initia­tive ergreifen: ​Dürfte ich ein Auto­gramm haben, Herr Becker?“ ab sofort mit: ​Halt die Schnauze, du Lappen“ parieren, oder gleich mit einer Kopf­nuss. ​Hier, ihre Schnitt­chen, Herr Becker“ als Gele­gen­heit wahr­nehmen, am Kellner des Sze­ne­re­stau­rants ein lange über­fäl­liges Exempel zu sta­tu­ieren. Kör­per­kon­takt zu Pas­santen auf der Straße suchen, um sie bei einem leichten Rempler mit Dosen­bier zu über­gießen. Ent­schei­dend ist dabei nicht die Inten­sität des Kon­takts, son­dern was man daraus macht. Ersetzt man ​Hallo“ und ​Auf Wie­der­sehen“ durch ​Was, Alter, was?“, ergeben sich in prak­tisch jeder Situa­tion inter­es­sante Mög­lich­keiten. Zu öffent­li­chen Auf­tritten, etwa Talk­shows und TV-Galas sollte Becker zudem grund­sätz­lich nur noch besoffen auf­kreuzen und pro­blem­ori­en­tiert kom­mu­ni­zieren. Dünn­häu­tig­keit ist dabei Trumpf: ​Wie geht es Ihnen, Herr Becker?“ – ​Alles klar, jetzt reicht’s…“

3. In Aktion
Dinge wie Ehre, Stolz usw. sind in der Hoo­li­gan­szene uner­läss­lich, vor allem im Kampf. Von daher sollte Becker auch im Eifer des Mas­sen­schlä­gerei-Gefechts stets die unge­schrie­benen Gesetze der Szene beachten: Nicht rein­treten, wenn der Gegner blu­tend und bewusstlos am Boden liegt, auch wenn das natür­lich sehr ver­lo­ckend ist. Keine Waffen mit zur Wald- und Wie­sen­schlä­gerei bringen, dar­unter fallen auch Ten­nis­schläger. Desi­gner-Samt­hand­schuhe sind ok, Quarz­sand­hand­schuhe eher nicht. Sollte die Polizei am Ort des Gesche­hens auf­tau­chen, sind obige Punkte alle­samt hin­fällig. 

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