Die letzten Tage würde man bei Dynamo Dresden am liebsten schnell vergessen. Das Schlusslicht der zweiten Bundesliga wurde zunächst Teil der Berichterstattung über den Wettskandal, am Montagabend setzte es eine 0:1‑Heimniederlage im Ostderby gegen Energie Cottbus, und nun auch noch das: Die Gästefans beschwerten sich über den „brutalen Einsatz” der Ordner im Rudolf-Harbig-Stadion. Der FCE-Fanbeauftragte Axel Matz spricht sogar von einem „Skandal”. Mit anderen Fans und Beauftragten will er nun beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) Beschwerde einlegen. Zudem sollen auch die Fanklubs der anderen Zweitliga-Vereine informiert werden.
Grund für die Beschwerde ist das Verhalten der Dynamo-Ordner, die kurz nach der Halbzeitpause unter massivem Gewalteinsatz in die FCE-Kurve gestürmt seien. Selbst Frauen und Kinder seien geprügelt worden. Vorausgegangen waren dem Ordnereinsatz Ausschreitungen im Cottbusser Block. Raketen wurden abgeschossen und bengalische Feuer abgebrannt, ein Ordner wurde dadurch im Gesicht verletzt.
Unklar ist nach den Vorfällen vor allem, warum es den Gästefans möglich war, Feuerwerkskörper ins Stadion zu schmuggeln. Das Derby war schon im Vorfeld von der Polizei als äußerst brisant eingestuft worden, massive Sicherheitsvorkehrungen sollten derartige Ereignisse eigentlich verhindern. Doch davon sei wenig zu spüren gewesen, wie Thomas Lange sagte, ebenfalls Fanbeauftragter der Cottbusser: „Die Einlasskontrollen waren ein Witz. Man hätte alles mit in den Block nehmen können.” Unverständlich sei zudem, warum Dresden das Angebot aus Cottbus abgelehnt hatte, eigene Ordner mit ins Rudolf-Harbig-Stadion zu bringen.
Von Dynamo Dresden gab es zunächst keine Stellungnahme zu den Vorfällen. Die Dresdner Polizei, die den Einsatz leitete, verteidigte indes das Verhalten der Ordner. „Die Energie-Fans haben durch massives Abbrennen der Feuerwerkskörper den Ordner-Einsatz erst nötig gemacht. Dynamo hat als Hausherr gutes Recht, für Ordnung zu sorgen”, sagte Polizei-Sprecher Marko Laske.